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Modern aus Tradition - Wie uns das Kloster Münsterschwarzach einen großen Schritt voraus ist

Aktualisiert: 19. Apr. 2021

Klöster und Energiewende? Wie kommt das zusammen?

Die Abtei Münsterschwarzach hat 1200 Jahre auf dem Buckel und ist zugleich Vorreiter in Sachen Klimaschatz und Energiewende – moderner als viele Institutionen und Gemeinden. Im Jahr 2000 gab der damalige Abt die Linie vor: "Wir machen einen mutigen Schritt zur Nutzung alternativer Energien - auf der Grundlage unsere benediktinischen Tradition."


220% Zielerreichung

20 Jahre später sorgen ein Holzhackschnitzelheizwerk, mehrere Photovoltaikanlagen, eine Windenergieanlage, eine Solarthermieanlage und zu guter Letzt eine Biogasanlage für klimaneutrale Wärmeenergie und Strom. Die Abtei ist damit seit 2011 klimaneutral und versorgt das klostereigene Gymnasium, das an ein kleines Wärmenetz angeschlossen ist, gleich mit. Der Strombedarf des Klosters ist zu ca. 220% aus Erneuerbaren Energien gedeckt. Rechnerisch kompensiert das Kloster 500 t pro Jahr an CO2 außerhalb der Klostermauern – Tendenz steigend. Fossile Energieträger werden lediglich zur Deckung vereinzelter Lastspitzen bei äußerst kalten Temperaturen, für die Klosterbacköfen und zum Anfeuern des Holzkraftwerks verwendet.


Die Mönche sind so kreativ wie engagiert

Seit dem 12. Jahrhundert nutzen sie die Schwarzach zur Gewinnung von Energie. Mit der Elektrifizierung des Wasserkraftwerks 1960 und einer Modernisierung 2001 wurde die Energiegewinnung zukunftsfit gemacht. Die Holzhackschnitzel kommen aus dem eigenen Wald und die Klosterdächer sind optimal genutzt durch die Installation von Solarthermie und Photovoltaik. Als der Energieträger Wind erschlossen werden sollte und kein passender Standort am Kloster zu finden war, wurde im Jahr 2000 schlichtweg eine Beteiligung an einer Anlage in der Nachbarschaft investiert.


Bewahrung der Schöpfung

Die Verantwortlichen des Benediktinerklosters haben einen sehr wichtigen Punkt erkannt: Viele Klöster pflegen seit Jahrhunderten einen nachhaltigen und auf Genügsamkeit ausgelegten Lebensstil. Hier passt eine Energieversorgung basierend auf nachwachsenden und die Ressourcen schonenden Rohstoffen und Technologien hervorragend ins Konzept. Aus theologischer Perspektive betrachtet, ist der konsequente Ausbau Erneuerbarer Energien ein aktiver Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung.


Echter Konservatismus

Das Kloster Münsterschwarzach übertrifft mit seinem Engagement nicht nur sämtliche Klimaziele, sondern dient auch als wunderbares Vorbild und Multiplikator für Erneuerbare Energien in der Region. Das Kloster setzt dabei gezielt auf Wissensvermittlung. Auf der empfehlenswerten Homepage sind die Aktivitäten im Bereich Erneuerbarer Energien und Umweltschutz mit technischen Hintergrundinformationen und jährlich veröffentlichen Energiebilanzen aufgeführt. Das Kloster lebt selbstbewusst vor, dass sich Tradition und Erneuerbare Energien nicht ausschließen. Konsequentes Engagement in Umwelt- und Klimaschutz stellt vielmehr aktiv gelebten Glaube dar und ist damit im wahrsten Sinne konservativ.


Jenseits der Energieversorgung

Die Vorreiterrolle hört aber bei der Energieversorgung des Klosters nicht auf: So wurden Einwegbecher und Plastiktüten in der Klosterbäckerei und im Klosterladen abgeschafft, Gemüse und Kräuter in der Klostergärtnerei biologisch angebaut und der Klosterverlag verzichtet auf die Verpackung seiner Bücher in Plastikfolie und vieles mehr.

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